Im Oberrheingraben, und damit auch im Stadtgebiet von Karlsruhe, treffen wir auf eine geologische Konstellation, die bei Erdbebenereignissen besondere Aufmerksamkeit verlangt: mächtige quartäre Sand- und Kiesablagerungen mit hohem Grundwasserstand. In Karlsruhe wurde dieser Umstand durch die seismische Aktivität des Oberrheingrabens in der DIN EN 1998-1/NA als Erdbebenzone 1 mit Untergrundklasse C eingestuft – eine Kombination, die eine Bodenverflüssigungsanalyse nach DIN EN 1998-5:2010-12 für viele Bauvorhaben zwingend erforderlich macht. Unser Team führt diese Untersuchungen seit Jahren im Großraum Karlsruhe durch und kennt die lokalen Schichtenfolgen vom Hardtwald bis zum Rheinhafen. Die Grundlage jeder Bewertung bilden dabei Feldaufschlüsse wie die SPT-Bohrung, mit der wir die Lagerungsdichte der Sande bestimmen, und der CPT-Versuch, der ein lückenloses Profil des Spitzendrucks liefert – beide Verfahren sind in Karlsruhe wegen der oft heterogenen Rheinsande unverzichtbar.
In Karlsruhe liegt das entscheidende Risiko nicht in der Erdbebenstärke, sondern in der Wechsellagerung von Sand und Schluff, die bei Erschütterung einen raschen Porenwasseranstieg ermöglicht.



