GEOTECHNIK
KARLSRUHE
StartseiteLaborAtterberg-Grenzen

Atterberg-Grenzen in Karlsruhe: Präzise Bodenklassifikation für tragfähige Gründungen

Praxisnahe Geotechnik, feldgeprüft.

MEHR ERFAHREN

Karlsruhe liegt in einer geologischen Übergangszone. Nördlich der Stadt dominieren die quartären Kiese und Sande der Kinzig-Murg-Rinne, während südlich und östlich die mächtigen, teils setzungsempfindlichen Auenlehme und Beckentone des Oberrheingrabens anstehen. Diese räumliche Variabilität führt dazu, dass auf einem einzigen Baufeld Böden mit völlig unterschiedlichem plastischen Verhalten angetroffen werden. Genau hier setzt die Bestimmung der Atterberg-Grenzen an: Sie liefert die Kennwerte, die das Verformungsverhalten bindiger Schichten beschreiben. Für die Planung von Fundamenten oder die Setzungsprognose unter Bodenplatten in den Karlsruher Stadtteilen mit hohem Feinkornanteil ist das unverzichtbar. Unser Labor ermittelt Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN 18122 und liefert belastbare Ergebnisse, die direkt in die geotechnische Bemessung einfließen.

Die Konsistenzzahl aus den Atterberg-Grenzen verrät uns mehr über die Vorbelastung eines Karlsruher Beckentons als jede Rammsondierung allein.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Die barocke Planstadt Karlsruhe mit ihren 32 radialen Strahlen wächst seit Jahren stark über die ursprünglichen Festungsgrenzen hinaus in Gebiete, die geotechnisch anspruchsvoll sind. Besonders im Rheinhafen, in Teilen von Durlach oder entlang der Alb, wo die holozänen Deckschichten feinkörnig sind, entscheidet die Plastizitätszahl über die Baugrundklassifikation. Die Atterberg-Grenzen sind kein akademischer Selbstzweck. Sie definieren, ob ein Boden als leicht oder ausgeprägt plastisch gilt, was wiederum die Verdichtbarkeit, die Frostempfindlichkeit und die Wahl des Aushubkonzepts beeinflusst. Bei Auswertungen in Kombination mit der Korngrößenanalyse lässt sich das Bodengruppen-Symbol nach DIN 18196 eindeutig zuweisen. Für Projekte, bei denen später die Scherfestigkeit im Fokus steht, empfehlen wir ergänzend den Triaxialversuch, sobald die Konsistenzzahl den Übergang von steif zu halbfest anzeigt.
Atterberg-Grenzen in Karlsruhe: Präzise Bodenklassifikation für tragfähige Gründungen
Technische Referenz — Karlsruhe

Örtliche Baugrundfaktoren

Nach DIN 4020 und den ergänzenden Festlegungen der DIN EN 1997-2 ist die Bestimmung der Zustandsgrenzen vor jeder Baugrundbeurteilung bindiger Böden gefordert. In Karlsruhe verschärft sich diese Forderung durch die lokal extremen Wechsel von sandig-kiesigen Hochflächenresten zu tonig-schluffigen Auenfüllungen. Wird hier auf die Laborversuche verzichtet und nur nach Erfahrungswerten eingestuft, drohen Fehlklassifikationen um eine ganze Bodengruppe. Ein als schwach plastisch eingeschätzter Auelehm, der tatsächlich eine hohe Plastizitätszahl aufweist, kann unter dynamischer Belastung unerwartete Porenwasserüberdrücke aufbauen. Die Folgen sind Setzungsdifferenzen und Risse in aufgehenden Bauteilen. Wir erleben bei Nachuntersuchungen in Karlsruhe immer wieder, dass allein die präzise Konsistenzzahl den Ausschlag gibt, ob eine Bodenverbesserung mit Rüttelverdichtung ausreicht oder ein Bodenaustausch zwingend wird.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: info@geotechnik.vip

Normativer Rahmen

DIN 18122-1: Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte - Zustandsgrenzen (Konsistenzgrenzen) - Teil 1: Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze, DIN 18122-2: Bestimmung der Schrumpfgrenze, DIN 18196: Erd- und Grundbau - Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO 17892-12: Geotechnische Erkundung und Untersuchung - Laborversuche an Bodenproben - Teil 12: Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze, DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
NormgrundlageDIN 18122-1 (Fließgrenze) / DIN 18122-2 (Ausrollgrenze)
PrüfverfahrenFließgrenzengerät nach Casagrande oder alternatives Verfahren
Probenmengeca. 200 g gestörte Bodenprobe (Siebdurchgang 0,4 mm)
KennwerteFließgrenze wL, Ausrollgrenze wP, Plastizitätszahl Ip, Konsistenzzahl Ic
AkkreditierungDAkkS nach DIN EN ISO/IEC 17025 für geotechnische Prüfungen
Dauer Routine3-5 Werktage ab Probeneingang im Labor Karlsruhe
AnwendungsbereichBodengruppen TL, TM, TA, UL, UM, UA nach DIN 18196

Gängige Fragen

Was kosten die Atterberg-Grenzen für eine Bodenprobe in Karlsruhe?

Für die Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN 18122 an einer gestörten Probe liegen die Kosten je nach Probenvorbereitung und benötigtem Durchsatz zwischen €60 und €110 pro Versuch. Bei Serien mit mehr als fünf Proben aus demselben Bauvorhaben reduzieren sich die Einzelpreise. Die Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 ist im Preis inbegriffen.

Welche Bodenmenge benötigt das Labor für die Atterberg-Versuche?

Wir brauchen etwa 200 Gramm Material aus dem Siebdurchgang 0,4 mm. Das entspricht bei einem typischen Auelehm aus dem Raum Karlsruhe je nach Feinkornanteil einer gestörten Probenmenge von circa 500 Gramm, die uns im Labor zur Aufbereitung zur Verfügung stehen sollte.

Warum sind die Atterberg-Grenzen für Bauvorhaben im Oberrheingraben so wichtig?

Die jungen Sedimente im Oberrheingraben wechseln auf kurze Distanz zwischen rolligen und bindigen Böden. Die Atterberg-Grenzen erlauben eine klare Unterscheidung, ob ein bindiger Boden bei Wasserzutritt zu kneten beginnt oder stabil bleibt. In Karlsruhe mit seinen teils hoch anstehenden Grundwasserständen ist das entscheidend für die Aushubfreigabe und die Wahl des Gründungssystems.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Karlsruhe und Umgebung.

Größere Karte ansehen