GEOTECHNIK
KARLSRUHE
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Schürfgruben in Karlsruhe: Normgerechte Direktaufschlüsse für Baugrundbeurteilung

Praxisnahe Geotechnik, feldgeprüft.

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Ein Neubauprojekt in der Durlacher Allee, vier Geschosse, Unterkellerung vorgesehen. Der Bauherr fragt nach der Gründungsempfehlung, aber der Baugrund hier im Oberrheingraben ist tückisch – mal Kies, mal Auelehm, oft auf wenigen Metern wechselnd. Genau für solche Situationen setzen wir Schürfgruben ein. Manuell ausgehoben bis 2,5 m Tiefe, mit sorgfältiger Dokumentation jeder Schichtgrenze. Der direkte Blick ins Erdreich liefert Informationen, die keine indirekte Sondierung in dieser Qualität abbildet. In Karlsruhe, wo quartäre Sedimente und Rheinschotter dominieren, ist das entscheidend. Die Probenentnahme aus der Schürfgrube erlaubt eine wirklich ungestörte Beurteilung von Korngefüge, Lagerungsdichte und organischen Einschlüssen. Kombiniert mit einer Korngrößenanalyse im Labor entsteht ein belastbares Baugrundmodell für den Tragwerksplaner. Bei größeren Tiefen oder wenn der Verdacht auf weiche Schichten besteht, ergänzen wir die Aufschlüsse mit einer SPT-Bohrung zur Bestimmung der Lagerungsdichte in tieferen Horizonten.

Eine Schürfgrube zeigt den Boden im ungestörten Zustand – kein Bohrkern, kein Sondierdiagramm ersetzt den direkten Einblick in das natürliche Korngefüge.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Die Ausführung aller Schürfgruben erfolgt strikt nach DIN EN ISO 22475-1 und den ergänzenden Vorgaben der DIN 4020. In Karlsruhe mit seiner Lage in der Erdbebenzone 1 nach DIN EN 1998-1/NA:2021-07 sind die Anforderungen an die Baugrunderkundung besonders ernst zu nehmen. Eine Schürfgrube bis 2,5 m Tiefe liefert uns ungestörte Zylinderproben aus dem kritischen Tiefenbereich für Setzungsberechnungen. Wir dokumentieren jede Schicht mit Gefügebeschreibung, Farbe nach Munsell-Tafel und Kalkgehaltsprüfung direkt vor Ort. Die Grubenwände werden lotrecht abgestochen, sodass der Schichtaufbau wie in einem Lehrbuch sichtbar wird. Bei rolligen Böden oder Grundwasseranschnitten setzen wir ergänzend den CPT-Versuch ein, um die Drucksondierwerte lückenlos zu erhalten. Für Standsicherheitsnachweise von Baugrubenwänden in den bindigen Auelehmen der Rheinniederung ist die Bestimmung der Atterberg-Grenzen aus den entnommenen Sonderproben unverzichtbar.
Schürfgruben in Karlsruhe: Normgerechte Direktaufschlüsse für Baugrundbeurteilung
Technische Referenz — Karlsruhe

Örtliche Baugrundfaktoren

Ein Projekt in der Oststadt auf Niederterrassenschotter, ein anderes im Rheinhafen auf jungen Auffüllungen – in Karlsruhe liegen geotechnisch Welten zwischen den Stadtteilen. Wer im Hafengebiet baut, hat es oft mit anthropogenen Auffüllungen und Altablagerungen zu tun. Eine Schürfgrube zeigt hier nicht nur die Schichtfolge, sondern auch Fremdbestandteile, die keine Rammsondierung erfasst. Wir haben Aufschlüsse dokumentiert, bei denen Bauschutt, Schlacke und organische Linsen in der Auffüllung den Baugrund unbrauchbar machten. Der direkte Aufschluss ist dann das einzige Mittel, um den Austauschumfang korrekt festzulegen. Im Durlacher Raum dagegen dominieren Lösslehme mit kollapsgefährdeter Struktur; der Eingriff durch die Schürfgrube muss hier besonders vorsichtig erfolgen, um das natürliche Gefüge nicht zu zerstören. Unser Labor in der Region prüft die entnommenen Proben unmittelbar nach Bergung, damit die natürliche Wasserspannung erhalten bleibt.

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Normativer Rahmen

DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahme und Grundwassermessungen, DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN 1998-1/NA:2021-07: Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben – Nationaler Anhang (Erdbebenzone 1 für Karlsruhe), DIN 4023: Baugrund- und Wasserbohrungen – Zeichnerische Darstellung der Ergebnisse, DIN EN 1997-2: Eurocode 7 – Entwurf, Berechnung und Bemessung – Ergänzende Regeln für geotechnische Erkundung

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Maximale Aufschlusstiefe (manuell)2,5 m unter GOK (nach DIN EN ISO 22475-1)
ProbenentnahmeUngestörte Zylinderproben (∅ 100 mm), gestörte Schöpfproben
DokumentationsumfangSchichtenverzeichnis nach DIN 4023, Fotodokumentation, Lageskizze
Bodenansprache vor OrtKornverteilung (Fingerprobe), Plastizität, Konsistenz, Farbe, Kalkgehalt
Erdbebenzone KarlsruheZone 1 (DIN EN 1998-1/NA), Untergrundklasse nach DIN 4149 zu bestimmen
Typische Einsatztiefe Rheintal1,5 – 2,5 m (Oberkante Rheinschotter oder Auelehmbasis)

Gängige Fragen

Wie tief kann eine Schürfgrube in den typischen Karlsruher Böden ausgeführt werden?

Im Rheintal erreichen wir mit manuellen Schürfgruben üblicherweise 2,5 m Tiefe. Das reicht in den meisten Fällen aus, um den Oberboden, eventuelle Auffüllungen und den darunter liegenden Auelehm oder Rheinschotter vollständig zu durchörtern. Bei tiefer reichenden Fragestellungen, etwa zur Gründungstiefe einer Tiefgarage, kombinieren wir die Schürfgrube mit maschinellen Bohrverfahren.

Was kostet eine Schürfgrube mit Probenentnahme in Karlsruhe?

Für eine normgerecht ausgeführte Schürfgrube mit Schichtenaufnahme, Fotodokumentation und Entnahme gestörter sowie ungestörter Proben liegen die Kosten im Raum Karlsruhe zwischen 530 und 800 Euro netto pro Aufschluss. Der genaue Preis hängt von der geforderten Tiefe, der Zugänglichkeit und dem Umfang der Probenentnahme ab.

Welche Vorteile hat eine Schürfgrube gegenüber einer Bohrung in der Rheinebene?

Der entscheidende Vorteil liegt in der ungestörten Bodenansprache. Eine Schürfgrube erlaubt den direkten Blick auf das Korngefüge, organische Lagen oder Fremdbestandteile in Auffüllungen – Details, die im Bohrkern oft verloren gehen. Gerade in den heterogenen quartären Sedimenten des Oberrheingrabens mit ihren raschen Fazieswechseln ist das für die Baugrundbeurteilung unverzichtbar.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Karlsruhe und Umgebung.

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