Ein Neubauprojekt in der Durlacher Allee, vier Geschosse, Unterkellerung vorgesehen. Der Bauherr fragt nach der Gründungsempfehlung, aber der Baugrund hier im Oberrheingraben ist tückisch – mal Kies, mal Auelehm, oft auf wenigen Metern wechselnd. Genau für solche Situationen setzen wir Schürfgruben ein. Manuell ausgehoben bis 2,5 m Tiefe, mit sorgfältiger Dokumentation jeder Schichtgrenze. Der direkte Blick ins Erdreich liefert Informationen, die keine indirekte Sondierung in dieser Qualität abbildet. In Karlsruhe, wo quartäre Sedimente und Rheinschotter dominieren, ist das entscheidend. Die Probenentnahme aus der Schürfgrube erlaubt eine wirklich ungestörte Beurteilung von Korngefüge, Lagerungsdichte und organischen Einschlüssen. Kombiniert mit einer Korngrößenanalyse im Labor entsteht ein belastbares Baugrundmodell für den Tragwerksplaner. Bei größeren Tiefen oder wenn der Verdacht auf weiche Schichten besteht, ergänzen wir die Aufschlüsse mit einer SPT-Bohrung zur Bestimmung der Lagerungsdichte in tieferen Horizonten.
Eine Schürfgrube zeigt den Boden im ungestörten Zustand – kein Bohrkern, kein Sondierdiagramm ersetzt den direkten Einblick in das natürliche Korngefüge.



